Kuterevo Frühling 20.04.26

Viele Gruppen, muntere Bären und ein ganz besonderer Pensionsgast

Wieder einmal heißt es für mich „Frühling in Kuterevo“. Eine besondere Jahreszeit, wenn alles blüht und so langsam grün wird und die Bären wieder aktiv durch ihre Gehege ziehen.
Vom kurzen Wintereinbruch vor Ostern ist nichts mehr zu spüren, man kann in den letzten Tagen die herrlich warme Frühjahrssonne genießen.
Die Nächte sind meist noch frisch, aber die Sonne schafft es sehr schnell die Nebelschwaden zu vertreiben und die kühle Nachtluft zu erwärmen.

Frühlingszeit in Kuterevo heißt immer auch Gruppenzeit. Beinahe jeden Tag quält sich ein großer Bus durch die engen Straßen ins Dorf und liefert die Schulklassen und andere Reisegruppen im Refugium ab.

Die meisten lauschen gespannt den Worten von Ivan, der zum Empfang eine kleine Einführung ins Thema Leben mit der Natur, speziell das Leben mit den Bären und die geologischen Besonderheiten des Velebit macht.
Danach können die Gruppen unsere Bären suchen und die Natur in Kuterevo genießen.

Alle Bären sind gesund aus der Winterruhe gekommen und zeigen sich auch meist den Besuchern.
Mathija wartet schon gespannt am Zaun.

Bei Mathija und Bruno, die ja zusammen in einem Gehege leben, hat sich eine Veränderung ergeben.
Mathija ist ja als junger Bär im dritten Lebensjahr mit Bruno unserem Senior zusammengekommen und die Hirarchie war klar, Bruno ist der Boss.
Mathija ist gewachsen und hatte im letzten Jahr Bruno von der Größe her eingeholt.
In der Winterruhe, als er so in seinem gemütlichen Strohlager lag, hat er über sein Leben nachgedacht und beschlossen es müsse sich etwas ändern und ein Plan ist gereift.
Er wollte etwas aus seinem Leben machen und der erste Schritt sollte sein, dass er nicht mehr ängstlich vor dem Senior wegläuft und immer der zweite bei der Fütterung ist.
Der Plan stand fest und als Bruno auch aus der Winterruhe kam hatten die beiden wohl ein sehr ernstes Gespräch und jetzt sind die Rollen vertauscht.
Mathija ist der Boss und er schnappt sich zuerst das Futter und genießt es, ohne Angst in der Sonne zu liegen.
Bruno hat sich mit seiner Rolle abgefunden, weil er weiß, dass immer genügend Futter über den Zaun fliegt.
Er kommt dann eben immer etwas später zum Fressen.

Für Ivan bleibt oft kaum Zeit für eine Pause, weil oft schon nach kurzer Zeit die zweite Schulklasse kommt.

Letzte Woche hatten wir noch einen Besuch, und der hängt mit unsere Pensionsgast zusammen.
Prof. dr. Djuro Huber, der unsere Refugium von Anfang an tiermedizinisch betreut hat uns einen Besuch abgestattet.

Grund war „Karlo Lik“ ein kleiner Bär, der seine Mutter verloren hat. Am Ostersonntag ist er bei einer Familie in Široka Kula, einem kleinen Dorf in der Nähe von Gospić, im Garten aufgetaucht. Der Versuch ihn in den Wald zurückzubringen hat nicht geklappt, am Abend stand er wieder da.
Nach einigem hin und her entschieden die kroatischen Bärenexperten, der Bär kommt nach Kuterevo.

Er soll nicht für immer bei uns bleiben, der Expertenplan ist, ihn 3-4 Monate zu füttern und dann wieder auszuwildern.
Das ist der Plan, aber jetzt heißt es für uns täglich den kleinen Bären zu versorgen.

Ivan und Jana als „Roomservice“.
Hauptfutterquelle ist zur Zeit noch das Fläschchen, mit dem er eine Mischung aus Milch, Eier und Babynahrung bekommt.

Gleichzeitig bieten wir aber auch Futter in einer Schüssel an, aus der er selbstständig essen kann.

Zur Beschäftigung und Schärfung der Sinne versuchen wir ihm andere Möglichkeiten zu bieten.
Eine ausgehöhlte Melone und ein paar Möhren, nicht zum fressen, dass kann er noch nicht, aber zum schmecken und beißen…

… oder einen Reisigbesen für Turnübungen.

Mit Vorliebe übt er sich auch im klettern, ich glaube er kennt schon jede Masche im Zaun persönlich.

Am Samstag kam noch ein Besuch für „Karlo Lik“, die Familie aus Široka Kula, die er sich ausgesucht hatte, wollte sehen wie es ihm geht.

Sie waren sehr zufrieden und begeistert vom Refugium.
Ivan hat schon seit vielen Jahren die Idee, regional in den Bärengebieten weitere Refugien aufzubauen, damit die dortigen Bärenwaisen „heimatnah“ versorgt werden können.
Mit dieser Idee und der Zusage von Ivan sie bei der Planung und beim Bau zu unterstützen ist die Familie zufrieden wieder nach hause gefahren.
Mit diesen Refugien würden dann die Bären mit dem Nachnamen „Lik“ im Likagebiet versorgt werden und die mit dem Namen „Gor“ in Gorski Kotar.
Mal sehen ob die Saat aufgeht.

Soviel für heute aus Kuterevo. Demnächst mehr, unter anderem was machen die anderen Bären und wer ist eigentlich gerade als Volontär in Kuterevo.
Und immer dran denken, spenden geht ganz einfach:

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Weitere Infos auch über unsere Spendenaktion „Bärenfutter“ auf unserer Homepage.