Abschied nach drei schweren Wochen
Für mich hieß es am vergangenen Dienstag Abschiednehmen. Es war wieder eine schöne Zeit in Kuterevo, aber für mich die drei schwersten Wochen in den 19 Jahren, in denen ich jetzt nach Kuterevo komme.
Die Freude war groß, dass Branko nach langem Krankenhausaufenthalt in Deutschland endlich wieder zuhause in seinem geliebten Kuterevo war.
Dann ist er plötzlich und völlig unerwartet verstorben. Ich konnte wenigstens für seine Frau Maria eine kleine Hilfe sein.
Aber alles war eben plötzlich ganz anders.
Die einzige Konstante war das Wetter, das in der Zeit alle Herbstregister gezogen hat.
So auch am letzten Morgen, als ich von einem wilden Himmel begrüßt wurde.

Der Herbst hat jetzt endgültig das Tal erreicht. Alles ist bunt gefärbt…

… und die Blätter selgeln zuhauf bei jedem Windstoss zu Boden. Ein schöner Anblick das bunte Herbstlaub an unserem Backofen.

Jeden Tag wenn ich mit dem Rad zur Postaija fahre finde ich auch neue Spuren der Bären, die in der Nacht das Dorf auf der Suche nach übriggebliebenen Zwetschgen und Äpfel durchstreifen.

Dann am vergangenen Wochenende gab es sogar ein kleines Video von einem Bärenbesuch.
Am Freitag, 17.10.25 gegen 23.00 Uhr ist ein Bär auf der Straße bei uns am Haus vorbeigelaufen.
Das hätte er nie gemacht, wenn er nicht vor dem Auto geflüchtet wäre.
Schade für den Bären, durch die Aktion hat er wichtige Energievorräte für die Winterruhe verloren. Jetzt muss er wahrscheinlich ein paar zusätzliche Futterportionen zu sich nehmen.
Aber nicht nur die Bären besuchen zur Zeit Kuterevo. Jeden Tag kommen auch weiterhin Gäste aus aller Welt um unsere Bären zu besuchen. Ich hatte in der Zeit ein Tierarztehepaar aus Australien zu Gast, Besucher aus Neuseeland aber auch viele Gäste aus ganz Europa, wie diese Gruppe aus Mailand.

Mlada Gora und Mladi Dol halten interessiert vom Rand ihres Wasserbeckens Ausschau nach neuen Gästen. Beide sehen etwas zerzaust aus, das liegt an den Kletten, die sich beim durchstreifen der Büsche in ihrem Fell festgeklammert haben. Das kann man im Herbst häufiger beobachten, umso schöner wirkt dann das neue Fell nach der Winterruhe.

Am Dienstag ist dann noch ein Teil unserer Futtervorräte fürs kommende Jahr aus Slawonien eingetroffen. Fünf größe Säcke mit jeweils ca. 600 kg Sonnenblumenkerne.

Unsere Aufgabe war es, 3 Tonnen Sonnenblumenkerne in kleine tragbare Säcke abzufüllen. tatkräftig wurden wir dabei von unserer französischen Familie unterstützt.

Auch die kleine Axele und ihr Bruder Esteban haben fleißig mitgeholfen.

Rechtzeitig bevor es zu Regnen begonnen hat war alles verpackt und die ca. 200 Säcke im Trockenen verstaut.

Dazwischen kommen auch immer wieder Schulklassen, die das Bärenrefugium besuchen.

Diese Klasse aus Rijeka hatte sogar Glück, denn als sie sich nach der Einführung mit Slavko auf den Weg zu den Bären gemacht haben, kam sogar wieder für eine Weile die Sonne zum Vorschein.

Am gleichen Tag dann auch noch eine Delegation vom Tourismusverband der Gespannschaft Lika-Senji aus Gospić.

Die Bären nehmen das alles sehr gelassen hin, sie gehen ihrer alltäglichen Beschäftigung nach. Futtersuche und ausruhen.
Hier hat es sich Bruno gemütlich gemacht.

Und auch Matija nutzt die Gelegenheit, wenn Bruno beschäftigt ist, am Zaun entlang auf Futtersuche zu gehen.

Manchmal brauche sie aber auch einen Moment der Ruhe, ich hatte den Eindruck, dass Bruno schon mal für die Winterruhe ein „Probeliegen“ veranstalltet.

Und auch Mlada Gora hat sich in einem gemütlichen Blätterbett im Gebüsch zur Ruhe gelegt.

Das wars für diesen Herbst. Ich hoffe, dass alle Bären, unsere 8 und auch die Bären in den Wäldern rund um Kuterevo noch genügend Futter für die notwendigen Energiereserven für die Winterruhe finden.
Ich werde im Januar wieder vorbeischauen und den einen oder anderen Bären ganz bestimmt wieder zu Gesicht bekommen.
Und auch weiterhin daran denken – spenden geht ganz einfach:

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Weitere Infos auch über unsere Spendenaktion „Bärenfutter“ auf unserer Homepage.