Kuterevo Herbst 13.10.2025

Eine traurige Woche in Kuterevo
Vergangene Woche war für mich die schwerste Woche, die ich bisher in Kuterevo erlebt habe. Wir mussten von einem lieben Freund Abschied nehmen. Branko Pirsljin mein „Vermieter“ und Unterstützer musste am Dienstag ins Krankenhaus nach Gospić, wo er am Mittwoch verstorben ist. Er war nach einer schweren Herzoperation auf dem Weg der Besserung und wir waren aller voller Hoffnung.
Jetzt müssen wir mit dem großen Verlust leben und jeden Tag feststellen in wie vielen Momenten er uns fehlt.
Die Woche war nach dem kurzen Winterintermezzo wunderschön, jeden Tag „goldener Oktober“.

Leider mussten wir die Tage ohne Branko erleben. Er war ein wahrer „Holzwurm“ und er hat in seiner Rente das Drechseln für sich entdeckt.

Aber auch an den vielen anderen Maschinen in seiner kleiner Werkstatt hatte er bei der Arbeit immer ein kleines Lied gepfiffen.
Unseren Verein hat er tatkräftig mit Rat und Tat unterstützt. Hier bei der Produktion unserer „Spätzlesbretter“ für unseren Weihnachtsmarkt.

Viele Anregungen für seine Holzarbeiten hat er sich auf seinem Tablet bei Youtube geholt.

Am vergangenen Mittwoch war die Beerdigung und er wird jetzt wohl die Drechselwerkstatt im Himmel leiten.

In unseren Herzen wird Branko weiterleben und wir werden ihn nie vergessen.
Unberührt von den traurigen Ereignissen geht das Leben im Refugium seinen normalen Gang.
Am Wochenende haben die Bären erwartungsvoll aufgeschaut, ein Auto mit Anhänger, das konnte nur das Frühstück sein.

Leider war kein Futter für die Bären auf dem Anhänger, Slavko und Vinzent aus den Niederlanden haben die Wege ums Gehege ausgebessert.

Wie in Deutschland auf der Autobahn zieht auch diese Baustelle die „Gaffer“ an.

Der eine, wollte sich die Arbeiten genauer anschauen…

… während der andere das Ganze eher zum gähnen fand.

Nach den Wegearbeiten stand die Apfelernte auf dem Programm.

Slavko und Vinzent auf dem Dach…

… und Elina hat sich um die Ernte gekümmert.

Der über 80 Jahre alte Apfelbaum in unserem „Apfelbaumhaus“ hat eine sehr gute und alte Apfelsorte, die richtig gelagert bis Ostern hält.

Beinahe jeden Tag kommen jetzt auch Gruppen ins Bärenrefugium, dann hat Slavko im Souvenirshop alle Hände voll zu tun.

Am Sonntag haben wir dann wieder Unterstützung aus Frankreich bekommen. Eine „Nomadenfamilie“ hat für ein paar Tage ihren Camper in Kuterevo geparkt und sie wollen uns tatkräftig unterstützen.

Unsere erste Aktion wo sie dabeisein durften war die Fütterung der großen Bären. Es war nicht das „normale“ Futter rüberwerfen, wir mussten Ljubo Lik von den anderen separieren, weil er eine Medizin für seine Osteoporose bekommen sollte.
Zuerst hat Slavko den Verbindungstunnel geöffnet…

… und dann versucht mit Futter Blago Zoo und Huh Bear ins andere Gehege zu locken. Bei Blago Zoo hat es sofort geklappt, aber Ljubo Lik hat sich dann ganz dicht an Huh Bear durch den Tunnel bewegt, so daß es nicht möglich war, dazwischen den Schieber anzubringen.
So haben dann alle drei auf der anderen Seite ihr Frühstück genossen.

Beim Füttern von Bruno und Matija kamen dann unsere „Neuvolontäre“ zu ihrem ersten Einsatz. Neben der französischen Familie ist auch ein Engländer als Helfer eingetroffen.

Auch bei der Betreuung der Besucher sind sie schon zum Einsatz gekommen.

Am Sonntag Abend hatte ich mit Slavko noch eine besondere Aufgabe von Ivan bekommen, Bärenkacke dokumentieren und sichern.

Keine 100 m von der Postaja hatte ein Bär in der vergangenen Nacht seine Markierung hinterlassen.
Es kommt im Herbst häufiger vor, dass die Bären in der Nacht in Dorfnähe kommen, sie sind auf der Suche nach Futter und finden immer noch liegen gebliebene Zwetschgen und Äpfel. Zurück bleibt dann ein Haufen gespickt mit Zwetschgensteinen.

Ein neues Objekt für unsere „Bärenkackeausstellung“.
Heute früh wider ein Traumstart in den Tag, man konnte erahnen wie golden dieser Oktobertag wieder wird.

Eine große Gruppe Kindergartenkinder haben das schöne Wetter ausgenutzt und unseren Bären einen Besuch abgestattet.
An der Spendenbox gab es danach einen riesigen Andrang.

Heute habe ich auch noch eine nette Beobachtung machen können.
Matija hat zwischen dem äußeren Zaun und dem inneren Stromzaun einen Maiskolben entdeckt.
Er hat verführerisch gerochen und vorsichtig hat er versucht ihn mit der Pfote zu angeln…

… er hat ihn erwischt und mit den Krallen über die Mauer gezogen…

… danach schnell geschnappt und in Sicherheit gebracht, damit Bruno nichts bemerkt.

Mit genügend Abstand hat er ihn dann sichtlich genossen.

Das wars für heute, wie es in Kuterevo weitergeht, demnächst mehr.
Und immer dran denken, spenden geht ganz einfach:

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Weitere Infos auch über unsere Spendenaktion „Bärenfutter“ auf unserer Homepage.